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dc.contributor.authorMüller, Jürgen
dc.contributor.authorKoerber, Bernhard
dc.date.accessioned2017-12-05T22:59:59Z
dc.date.available2017-12-05T22:59:59Z
dc.date.issued2012
dc.identifier.issn0720-8642
dc.identifier.urihttp://dl.gi.de/handle/20.500.12116/8380
dc.description.abstractEine 'Selbstentreicherung' nannte vor Kurzem der bekannte Datenund Virenschutzexperte Klaus Brunnstein, emeritierter Professor für Informatik aus Hamburg, Anwendungen im Internet, bei denen Finanztransaktionen abgewickelt werden. Beim elektronischen Geschäftsverkehr ­ neudeutsch Electronic Commerce oder kurz E-Commerce ­ sind solche Transaktionen mittlerweile Standard. Klar ist, dass das Internet zunächst vor allem deshalb so groß wurde, weil kommerzielle Interessen bei seiner Förderung eine bestimmende Rolle spielten. Als 1962 im Auftrag der US-Luftwaffe eine kleine Forschergruppe unter Leitung des Massachusetts Institute of Technology begann, Studien über die Möglichkeiten einer dezentralen Netzstruktur als Kommunikationsgrundlage zu betreiben, entwickelte sich daraus zunächst nur eine Vernetzung US-amerikanischer Universitäten und Forschungseinrichtungen: das ARPAnet, das 1969 in Betrieb genommen wurde. 18 Jahre später, d. h. im Jahr 1987, waren rund 27 000 Rechner von Universitäten und sonstigen akademischen Einrichtungen mit dem ARPAnet verbunden. Erst im Jahr 1990 beschloss die US-amerikanische National Science Foundation, dieses Netz als Internet für kommerzielle Zwecke zu öffnen. Inzwischen hatte 1989 Tim BernersLee am damaligen CERN die Grundlagen des World Wide Web als weiteren Dienst im Internet zunächst für den institutsinternen Gebrauch geschaffen, den er schließlich am 6. August 1991 weltweit zur Verfügung stellte. Als letztlich im Jahr 1993 der erste grafikfähige Webbrowser Mosaic veröffentlicht und kostenfrei heruntergeladen und benutzt werden konnte, wurden von Al Gore, dem Vizepräsidenten der damaligen Clinton-Regierung, Ziele einer umfassenden Informations-Infrastruktur benannt, wobei er zugleich den Ausdruck Information Highway (deutsch: Datenautobahn) prägte. Bereits 1994 überstieg die Zahl der kommerziellen Nutzer des Internets diejenige der wissenschaftlichen Nutzer. Zu dieser Zeit waren deutschen Politikern allerdings diese Entwicklungen noch etwas fremd. So antwortete beispielsweise der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in der RTL-Fernsehsendung Gefragt ... dem Moderator Hans Meiser zum Thema Bau der Datenautobahn: '[...] Die Zukunft läuft in diese Richtung. Aber wir brauchen dafür Mehrheiten. Und wir sind ein föderal gegliedertes Land, und Autobahnen sind elementar auch ­ mit Recht ­ in der Oberhoheit der Länder. Der Zustand, den wir jetzt auf den Autobahnen haben, ist dergestalt, dass wir wissen, wann wir überhaupt nur noch von go und stop auf Autobahnen reden können.' Der Stand informatischer Allgemeinbildung bei Politikern wurde bei dieser Aussage immerhin gut deutlich. Nicht für eine informatische Allgemeinbildung, aber für ein Schulfach Wirtschaft setzen sich dagegen seit etlichen Zeiten die Arbeitgeberverbände beharrlich ein. So forderte der Bundesverband der Banken beispielsweise Anfang 2010 in einer 'Konzeption für die ökonomische Bildung als Allgemeinbildung' ein zweistündiges Pflichtfach Wirtschaft von der Klassenstufe 5 bis zur Klassenstufe 12 und damit mehr, als in den Stundentafeln der meisten Bundesländer für die Fächer Physik und Chemie zusammengenommen zur Verfügung steht ­ geschweige denn für Informatik. In dem vom Bundesverband für Banken geforderten Wirtschaftsunterricht werden vor allem zwei Ziele deutlich: Einerseits sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, wie Märkte und Unternehmen funktionieren, andererseits nach welchen Mustern Menschen in der Wirtschaftswelt handeln. Als ein zu realisierendes Bild von der Wirtschaft gilt dabei eine Gesellschaft, die den Individuen optimale Gelegenheiten zur gegenseitigen Vorteilsmaximierung bietet. Eine Kritik an dieser ­ einseitigen ­ Weltsicht soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Vielmehr ist ein vernetztes Wissen notwendig, um Wirtschaftsprozesse tatsächlich zu begreifen, beispielsweise aus der Psychologie, aus der Soziologie oder der Rechtswissenschaft, aber auch aus der Informatik. Das Konzept der Informatik im Kontext bietet unter anderem solche Möglichkeiten ­ fachübergreifend oder sogar fächerverbindend. Ein Beispiel für ein Unterrichtsthema, das diese Bedingungen erfüllt, ist der Electronic Commerce, d. h. der elektronische Geschäfts- und Handelsverkehr. Die vernetzten inhaltlichen Dimensionen des E-Commerce sind ein Bereich, für den neben wirtschaftlichen Fachkenntnissen Handlungssicherheit und Rechtskenntnisse sowie kritisches Reflexionsvermögen erforderlich sind ­ Kompetenzen also, die alle Schülerinnen und Schüler benötigen. Je nach Schulform, Bildungsgang, Schulprogramm oder -profil sind Tiefe und Breite der einzelnen Aspekte sicherlich unterschiedlich zu gewichten. Es lassen sich aber vielfältige Bezüge zwischen den jeweiligen Aspekten und inhaltlichen Elementen des E-Commerce herstellen, die zu konkreten Lernarrangements komponiert werden können. Hierzu sollen im vorliegenden Heft Anregungen gegeben werden. Jürgen Müller Bernhard Koerberde
dc.language.isode
dc.publisherLOG IN Verlag GmbH
dc.relation.ispartofLOG IN: Vol. 32, No. 1
dc.relation.ispartofseriesLOG IN
dc.titleFachübergreifend und fächerverbindendde
dc.typeText/Journal Article
mci.reference.pages3-3
dc.identifier.doi10.1007/BF03323749


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