Frank, IngoBurghardt, ManuelMüller-Birn, Claudia2018-09-112018-09-112018https://dl.gi.de/handle/20.500.12116/16998In vielen Digital Humanities-Projekten scheint die Informatik nur als eine Art IT-Dienstleister für die Werkzeugentwicklung zu dienen. Anhand von ausgewählten Beispielprojekten und einer eigenen Fallstudie im Bereich der Digital History wird das Potential von Geschichtstheorie und Zeichentheorie als Vermittler und Übersetzer zwischen Informatik und Geisteswissenschaft demonstriert. Ein wissenschaftstheoretischer Blick auf die Geschichtsforschung zeigt, wie Historiker historische Ereignisse erklären und welche Anforderungen dabei an unterstützende Werkzeuge bestehen. Die Zeichentheorie liefert mit den Konzepten des diagrammatischen Denkens und des abduktiven Schließens das explanatorische Rahmenwerk für die Entwicklung und den Einsatz von Visualisierungswerkzeugen zur Unterstützung der Erklärung historischer Ereignisse. Über den Ansatz der formalen Modellierung kann die Informatik einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Methoden und Visualisierungswerkzeugen zum diagrammatischen Denken in den digitalen Geisteswissenschaften leisten, indem sie etwa Formalismen wie die Modallogik oder Fuzzylogik für die kontrafaktische Exploration und multiperspektivische Analyse historischer Ereignisse nutzbar macht oder auf ihre Erfahrung und lange Praxis mit graphischen Modellierungssprachen zurückgreift, um neue Diagrammtypen für Visualisierungswerkzeuge zu konstruieren.deModellierungInformationsvisualisierungPhilosophieSemiotikDigital HistoryVisualisierungswerkzeuge zur Erklärung historischer Ereignisse: geschichtstheoretische Anforderungsanalyse und zeichentheoretisches RahmenwerkText/Workshop Paper10.18420/infdh2018-18